NEUES ARENA

Hans-Sachs-Str. 7

Tram Müllerstr., U Fraunhoferstr.

Reservierung: Tel. 089 / 260 32 65

www.arena-kino.de

Kinovergnügen im 96. Jahr

 

Das kleine Arena-Kino in der Hans-Sachs-Straße hat viele gute Zeiten, aber auch manch schlechte Jahre erlebt. Die bald einhundertjährige Geschichte des Hauses im Herzen des Münchner Glockenbachviertels ist entsprechend geprägt von einem Auf und Ab. Während die letzten beiden Jahre als durchwegs positiv in die Chronik des Kinos eingingen, sah es Anfang 2006 noch ganz anders aus: Als die neuen Eigentümer Christian Pfeil und Markus Eisele das Neue Arena Anfang 2006 übernahmen, stand das Lichtspielhaus praktisch vor dem Aus. Die beiden nutzten ihre einzige Chance und haben im Juli und August 2006 binnen dreier Wochen in einem unglaublichen Kraftakt das geschafft, was beim ersten Blick auf den Kino-Grundriss eigentlich gar nicht möglich schien: die Teilung des Saals und den Einbau eines weiteren Vorführraums. Der Hauptsaal schrumpfte von 106 auf 63 Plätze und wurde noch während der Bauphase provisorisch wieder eröffnet, derweil der zweite Saal an Form gewann. Dieser ist nun mit 28 Plätzen der wohl kleinste Kinosaal Münchens, besitzt jedoch neben drei regulären Reihen sogar eine kleine Loge. Das Stammpublikum wunderte sich, als man plötzlich fragte, für welchen Film denn Karten gewünscht seien. Man konnte sich einfach nicht vorstellen, wo bei dem ohnehin jeden kleinen Winkel ausnutzenden Raumkonzept des Neuen Arenas auch noch Platz für einen zweiten Kinosaal sein solle. Anfangs war die Resonanz gespalten. Doch die Neugierde der Gäste überwog, schnell war das neue Neue Arena Tagesgespräch im Glockenbachviertel. Auch das zuvor dunkel und abweisend anmutende Foyer bekam ein neues, freundlicheres Gesicht. Nach Abschluss der Bauarbeiten im Herbst, saßen trotz einer faktischen Sitzplatzreduzierung im Durchschnitt doppelt so viele Menschen vor den beiden Leinwänden als zuvor.

 

Und so hat das Neue Arena spätestens im Jahr 2008 zu dem zurück gefunden, was es schon immer war: weit mehr als ein Kino. Der zweite Saal bietet Raum für Experimente. Während im einen Saal dem Cineasten sein abendlicher Filmgenuss nicht vorenthalten werden muss, können im jeweils anderen Saal Lesungen, Premierenfeiern, Konzerte oder Diskussionsrunden statt finden. Neben der gewohnt anspruchsvollen, aber breit aufgestellten Filmauswahl werden noch weitere Akzente gesetzt. Regelmäßig finden sich zum Beispiel spannende Dokumentarfilme oder Filme in Originalversion mit Untertiteln auf dem Spielplan. Schließlich erwartet den Besucher im Arena noch eine weitere Besonderheit: Vor jedem Film laufen die "Monopol-News": Ein informativ-satirisches Vorprogramm, dessen Name aus dem Partnerkino Monopol in Schwabing entlehnt wurde, die jedoch im Neuen Arena gedreht werden. Die Monopol-News unterhalten und informieren die Gäste auf angenehm „andere“ Weise jenseits von immer gleichen Werbespots oder Gigantomanik-Filmankündigungen. Die etwa alle zwei Monate produzierte Neuauflage wird auch auf „youtube“ mittlerweile tausendfach geklickt - kein Wunder, dass das aufwändige Projekt nun mit dem Innovationspreis des Deutschen Films ausgezeichnet wurde.

Und so erwartet den Besucher im Neuen Arena eine Programmvielfalt, die einem Stadtteil-Kulturzentrum wahrhaft würdig ist.

 

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